Fünf Gedanken zur aktuellen Diskussion über die Corona-Warn-App:

1. Die Medien berichten in den letzten Tagen vermehrt über Probleme bei der Corona-Warn-App. Diese wurden laut der Telekom mittlerweile behoben. Aus Sicht des Datenschutzes gab es jedoch zu keinem Zeitpunkt grundlegende Bedenken. Es gibt keinen Grund, die App zu deinstallieren.

2. Laut der von Google veröffentlichten Dokumentation zur Schnittstelle, die für Tracing-Apps geschaffen wurde, und einer neu veröffentlichten einer Studie des Trinity College in Dublin sammelt Google, wie für andere Apps auch, viele Daten über diese Schnittstelle.

Ansonsten erhält die deutsche App von den Autoren Lob für den Datenschutz. Ich freue mich, dass die Projektpartner viele unserer Anmerkungen und Ratschläge hierzu berücksichtigt haben.

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3. Die Kritik der Studie an der Datensammlung durch Google wird bereits seit vielen Jahren diskutiert. Deswegen war mir wichtig, dass dieser Aspekt in der Datenschutzfolgenabschätzung zur Corona-Warn-App transparent erläutert wird. Meine Irische Kollegin hat es in der Hand gegen Datensammlungen bei Google vorzugehen. Dies ist überfällig.

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4. Nutzende, die sich Googles Playstore und verbundene Services nur für die Corona-Warn-App zugelegt haben und den Datenschutz Ihrer Endgeräte maximiert haben, sind eine datenschutzbewusste Minderheit und übertragen nun wirklich mehr Daten an Google als ohne die Corona-Warn-App. Wer Android samt Playstore im Alltag nutzt, gibt Google diese Daten leider ohnehin preis.

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@ulrichkelber Der Begriff "datenschutzbewusste Minderheit" schmerzt in diesem Kontext. Für mich steckt da implizit mit drin, dass die vernachlässigt werden kann...

@leftbit Nur eine Beschreibung der Realität, dass sich für die Mehrheit nichts ändert. Ich habe ja deutlich gemacht, dass ich von der irischen Kollegin erwarte, dass sie handelt

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@leftbit
99,5% der Androidnutzer leben mit den Playservices. Wie würdest denn Du die übrigen 0,5% bezeichnen? Eine "datenschutzbewusste verschwindende Minderheit"?
@ulrichkelber

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